Übersicht | Organisation | Hochwasservorhersage | Datenerfassung
Auf der HND Internetseite werden die Daten von ca. 620 Pegeln publiziert.
Davon sind etwa 550 Messstellen der bayerischen Wasserwirtschaft.
Etwa 570 dieser Pegel sind mit Datenfernübertragung ausgestattet.
Deren Daten werden automatisch in den Datenbestand des HND übertragen.
Die Ganglinien werden auf dieser Webseite publiziert und graphisch dargestellt.
Die übrigen etwa 70 Pegel werden dem HND bei Hochwasser von Kooperationspartnern übermittelt.
Die zeitliche Auflösung der Messdaten beträgt im Allgemeinen 15-Minuten.
(Stand: Dez. 2005)
Wasserstandsmessung
Jede Messanlage besitzt einen von außen sichtbar angebrachten Lattenpegel. Der Nullpunkt, auf den sich der
Pegelstand bezieht, liegt i.A. unterhalb der Gewässersohle. Bei vielen Messstellen ist der Lattenpegel nicht senkrecht,
sondern schräg an der Treppe, die die Ablesung der Pegellatte bei unterschiedlichen Wasserständen erlaubt, angebracht.
Im Idealfall ist der Messquerschnitt um so enger je niedriger der Wasserstand ist (z.B. trapezförmig), damit
auch geringe Abflüsse noch deutliche Änderungen im Wasserstand bewirken.
Ein unterhalb der Messstelle gelegener Absturz vergleichmäßigt und beruhigt die Strömung und verbessert damit
die Genauigkeit der Abflussermittlung.
Aus Gründen der örtlichen Gegebenheiten oder des Naturschutzes ist die baulich optimale Gestaltung des
Gewässerbettes an der Messstelle nicht immer möglich.
Im Pegelhäuschen ist die für die Messdatenaufzeichnung und Übertragung der Daten notwendige Technik untergebracht.
Die automatische Datenerfassung wird vom einem Pegelbeobachter kontrolliert.
Die Messdatenaufzeichnung der Pegel arbeitet nach folgenden Prinzipien:
Schwimmerpegel
Die Messung erfolgt in einem mit dem Gewässer nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße verbundenen Schacht.
Die Auf- und Abbewegung des Schwimmers wird mechanisch in eine Drehbewegung umgewandelt.
Diese wird elektronisch über einen Winkelkodierer abgegriffen und in digitaler Form gespeichert.
Druckpegel
Über eine Leitung wird Druckluft in das Wasser eingeblasen.
Der Druck in der Leitung entspricht dem Wasserdruck über der Einperlöffnung.
Jede Wasserstandsänderung bewirkt eine Druckänderung, die elektronisch erfasst wird.
Der große Vorteil des Druckpegels liegt in der freien Wahl des Gerätestandortes,
der bis zu 200 m vom Gewässer entfernt sein kann.
Drucksonde
Im Gewässer ist eine Sonde angebracht, die den Wasserdruck direkt misst.
Als Sensor wird ein druckempfindlicher Halbleiter (Piezoelent) oder ein keramisches Element eingesetzt,
das unter Druckeinwirkung seine Kapazität verändern.
Abflussmessung
Meist ist bei Pegelmessungen weniger der Wasserstand als vielmehr der Abfluss von Interesse.
Die meisten Vorhersagemodelle benötigen zum Beispiel als Eingangsdaten Abflüsse.
Durch die Abflussmessung wird ermittelt, wieviel Wasser in einer Sekunde durch den Fließquerschnitt fliesst.
Die Ergebnisse dieser, in regelmässigen Abständen manuell durchgeführten Messungen,
werden zum jeweiligen Wasserstand in Beziehung gesetzt und daraus eine Abflusskurve ermittelt.
Diese ermöglicht es, zu den kontinuierlich gemessenen Wasserständen die Abflussganglinie zu berechnen.
Datenfernübertragung (DFÜ)
Die Datenübertragung des Grossteiles der Pegel wird derzeit noch mittels Modem Direktverbindung
über das anloge oder ISDN Telefonnetz abgewickelt.
Da diese Übertragungsmethode hohe Verbindungskosten verursacht werden die Daten im Normalfall
nur zweimal täglich abgeholt.
Um die Aktualität der Daten zu verbessern werden derzeit neue Übertragungsmethoden getestet bzw. bereits eingesetzt.
Da die Kosten für die Datenübertragung dieser Messstellen erheblich geringer sind,
können diese auf der Webseite bis zu viermal stündlich aktualisiert werden.
Weitere Informationen zur Messdatenerfassung
Messung von Wasserstand und Abfluss
Niederschlagsmessung