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14.-17.September 1998 Oberfranken

Am 15. September 1998 kam es zu einem außergewönlichen Hochwasserereignis im Steinachtal in den Landkreisen Coburg und Kronach.

Von der Niederschlagsstation Teuschnitz / Zwickendorf im Lkr. Coburg wurden am 15.09. 62 mm Niederschlag der letzten 24 Stunden dem Hochwassernachrichtendienst gemeldet. Örtlich dürften die Niederschläge noch deutlich darüber gelegen haben.

Vom 12. bis 18. September wurden im Bereich eines Höhentroges über Mitteleuropa die Randtiefs eines nordeuropäischen Tiefdrucksystems mit einer meist stürmischen Strömung über Deutschland hinweg nordostwärts gesteuert. Verbreitet fielen Regen, , Regen- und Hagelschauer. Vom 12. bis 17. gab es gebietsweise , besonders am 14. und 15. in Mittelgebirgslagen, Starkniederschläge /Kahler Asten 103.mm, Schönbrrunn/Baden 98 mm am 14., Grebenhain/Vogelsberg 83 mm am 15..Örtlich entluden sich Gewitter. (Aus der Klima-Eilinformation: Witterung im Bundesgebiet, September 1998)

Wetterkarte des DWD 500 hPa vom 14.09.98

Bodenwetterkarte des DWD vom 14.09.98

Ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa brachte zunächst kühle und feuchte Luft von Norden her nach Westeuropa. Gleichzeitig enststand ein Tiefdruckkomplex über Südskandinavien, so daß auch in tieferen Luftschichten Luftmassen vom Nordmeer her bis zu den Alpen vorankamen. Sie sammelten über dem 15 bis 18 Grad warmen Meer reichlich Feuchtigkeit und brachten daher besondes in den Benelux-Staaten extreme Regenfälle. Im Tagesverlauf des 14.09. griff das Starkregengebiet von Benelux her auf Deutschland über. Das Satellitenbild zeigt die resultierende starke Bewölkung am 14.09. die sich in weitem Bogen von den Benelux-Staaten über den Süden bis in den Osten Deutschlands erstreckt. (Infrarot Bild Meteosat vom 14.09.98 23:00 UTC)

Tagesniederschläge in Coburg/Itz   Niederschlagsmeldungen Teuschnitz/Zwickendorf:
10.09.98 13,3   14.09.98 62,0
11.09.98 7,7   15.09.98 29,1
12.09.98 5,6   16.09.98 17,6
13.09.98 3,6   Summe 108,7
14.09.98 24,7      
15.09.98 19,7      
16.09.98 4,3      

Der Pegel Fürth a. Berg erreichte am 15. September einen Wasserstand von 4,12 m. Dies liegt im Extrapolationsbereich der Abflußkurve und dürfte eine Abfluß von 60 m³/s ergeben.

Der zeitliche Verlauf der Wasserstands- und Abflußganglinie am Pegel Fürth am Berg / Steinach zeigt, wie durch die Niederschläge die Wasserführung ab dem 10. September infolge der andauernden Regenfälle immer wieder ansteigt. Diese Regenfälle bewirken eine Durchfeuchtung der Böden im Einzugsgebiet. Bis zum Beginn der stärksten Regenfälle am 14. 09. ist der Abfluß schon deutlich erhöht. Die Böden können nur noch wenig Wasser aufnehmen. Die dann folgenden starken Regenfälle, die auch bei trockenen Böden schon zu Hochwasser führen, fließen dadurch verstärkt ab.