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Scheitelabflüsse/Ganglininien
| Hochwasser im
Januar 2003
Der Dezember 2002 brachte Mitteleuropa viele Westlagen, die eine zonale Luftmassentrennung über Deutschland begünstigten. In der Mitte Deutschlands bildete sich eine scharf ausgeprägte Luftmassengrenze, die Polarluft in Norddeutschland (Schnee- u. Glatteisereignisse) von milder subtropischer Luft in Süddeutschland trennte. Die Temperaturdifferenz zwischen Nord und Süd erreichte Werte um 20 K. An dieser quer durch Deutschland verlaufenden Luftmassengrenze setzten mit der Annäherung der atlantischen Tiefdruckgebiete Hebungsvorgänge ein, die insbesondere im Bereich Franken, Oberpfalz und Niederbayern stärkere Regenereignisse entstehen ließen. Bei vielen Stationen in Nordbayern blieben nur 4 Tage im
Dezember völlig niederschlagsfrei. So waren die Böden bereits
wassergesättigt und die Wasserstände der Flüsse und Bäche deutlich
angestiegen, als ergiebige Dauerregenphasen in der Zeit vom 20. bis 24.
Dez. und vom 26. Dez. bis 4. Jan. auftraten. Abb. 1 verdeutlicht an den
Niederschlagsaufzeichnungen der Station Bad Kissingen die
Starkregenereignisse vom 22. Dez., 29. Dez. und 2. Januar. Sehr hohe Tagesniederschläge wurden u.a. am 22. Dez. in Fichtelberg-Hüttstadl/ Fichtelgeb. (55 mm, stat. Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre), am Gr. Arber/Bayer. Wald (47 mm, stat. Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre), am 29. Dez. in Bayer. Eisenstein/Bayer. Wald (61 mm, stat. Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre), am 2. Jan. in Teuschnitz-Wickendorf/Frankenwald (59 mm, stat. Wiederkehrzeit ca. 50 Jahre) und in Bischofsheim/Rhön (76 mm, stat. Wiederkehrzeit ca. 100 Jahre) registriert. Die ergiebigen Regenfälle vom 2. Jan. 2003 in den Gebieten Fränkische Alb, Fränkische Schweiz, Frankenwald, Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald, östliches Donautal und Bayer. Wald waren die Folge des Orkantiefs "Calvann", das bis zum 3. Jan. Deutschland rasch überquerte, Norddeutschland Schnee und dem Süden Orkanböen bis 200 km/h brachte. Das Winterhochwasser in Nordbayern zum Jahreswechsel
2002/2003 entstand also aus mehreren aufeinanderfolgenden
Starkregenphasen. Ablauf des Hochwassers Am 2. Januar sind die Wasserstände in den Zuflüssen des Main und der Naab
durch die anhalten starken Regenfälle angestiegen. Aufgrund der vorausgegangenen Niederschläge
in den letzten Tagen und Wochen waren die Böden bereits stark gesättigt und konnten kein weiteres
Wasser mehr speichern. Zusätzlich waren die Bäche und Flüsse bereits durch das Hochwasser vom
30./31.12.2002 gefüllt. Insofern traten die kleinen Bäche sehr schnell über die Ufer und die
Talgründe wurden breitflächig überschwemmt. An der Tauber und der Fränkischen Saale entstanden
große Hochwasserwellen, die ab 4. Januar als erster Wellenscheitel im Untermain abliefen. Die
Abflussfülle beispielsweise in der Fränkischen Saale war insgesamt im Vergleich zu den erreichten
Spitzenabflüssen sehr gering. Dies führte anschließend auch zu einem schnellen Fallen der dortigen Pegelstände.
In der Oberpfalz lag der Schwerpunkt des Hochwassergeschehens im Flussgebiet der Naab einschließlich Vils, wo die Hochwasserwellen vom 3. bis 5. Januar abliefen und vor allem im Bereich von Kallmünz zu größeren Schäden führten. Das Ausmaß des Hochwassers in den einzelnen Gebieten
lässt sich aus der Karte der aufgetretenen Jährlichkeiten (Abbildung 3,
vorläufige Auswertung) ablesen. In der Tabelle (Scheitelabflüsse/Ganglininien)
sind die Scheitelabflüsse zusammengestellt. Das Hochwasser an der
Fränkischen Saale ist in eine Wiederholungswahrscheinlichkeit
(Jährlichkeit) von bis zu 200 Jahren einzustufen; am Main und an der Naab
lag die Jährlichkeit bei etwa HQ20. |