Aktuelle Ereignisse | Hochwasser der letzten Jahre | Historische Hochwasser
Naturereignisse wie Hochwasser können dort zu Katastrophen werden, wo sie Schäden verursachen. Für die Schäden sind die
Menschen in großem Maße selbst verantwortlich. Die Besiedlung natürlicher Überschwemmungsräume in Folge der
wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Entwicklung schaffte erst das Schadenspotential, das große Hochwasser
zu Katastrophen macht.
Die Schadensstatistiken der Versicherungen zeigen, daß Überschwemmungen in ihren Auswirkungen auf "Personen- und Sachschäden" weltweit bis Mitte der 80er Jahre mit einem Anteil von etwa 52% weit vor anderen Naturereignissen, wie Erdbeben (17%), Sturm (15%), Dürre (7%), Vulkanausbruch (3%) und sonstigen Elementarereignissen (6%) rangieren. Nach einer Zusammenstellung durch die Münchner Rückversicherung beliefen sich die Schäden durch Überschwemmungen in Deutschland im Januar 1995 und im April 1994 auf jeweils 500 Millionen DM. Im Vergleich zu vor 30 Jahren hat sich die Schadenshöhe aufgrund des Wertzuwachses real verdoppelt.
Die größten Schäden verursachen Hochwasser an privaten Wohngebäuden, öffentlichen Bauten und landwirtschaflichen Betriebsgebäuden. Hinzu kommen Schäden an Infrastruktur z.B. an Straßen und Brückenbauten, an nicht überbauten öffentlichen Flächen, wie Gärten und Parks, an landwirtschaftlich genutzten Flächen und an beweglichen Gütern. Mittelbare Schäden z.B. durch Betriebs- und Produktionsausfälle, Verkehrssperrungen oder Einsatzkosten des Katastrophenschutzes sind oft nur schwer zu beziffern.
Einen Schaden von rund 2 Millionen DM an Gebäude und Inventar verursachte das Hochwasser im März 1988 in der Gemeinde Kirchroth, Lkr. Straubing-Bogen. Ein Deich brach und die Donau überflutete mehrere Polder. Insgesamt war eine Fläche von rund 10 km2 betroffen. 400 Menschen und rund 3000 Stück Großvieh mußten evakuiert werden.
Die Marktgemeinde Kraiburg, Lkr. Mühldorf mußte einen Schaden von 3,5 Millionen DM an Gebäude und Inventar hinnehmen. Hinzu kamen 1,5 Millionen DM Schäden an Straßen, Brücken, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Parkanlagen und Spielplätzen.
Im Jahre 1984 hatte man mit dem Bau eines neuen Hochwasserschutzsystems für die Stadt Wasserburg begonnen. Die Bauarbeiten waren zu diesem Zeitpunkt bereits soweit fortgeschritten, daß eine Überflutung des Stadtkerns verhindert werden konnte. Ohne die Schutzmaßnahmen wären in Wasserburg Gebäude- und Inventarschäden in Höhe von rund 20 Millionen DM entstanden.
Weitere Links zu vergangenen Hochwasserereignissen:
Historische Hochwasserereignisse im Amtsbezirk des WWA Bayreuth